Die 10 wichtigsten Begriffe zum Reifenkauf

So unscheinbar er für viele Menschen auch wirken mag, ist er unbestritten eines der wichtigsten Parts am Bike. Auf einer Fläche, oft nicht gröẞer als eine Briefmarke, falls diese noch jemand kennt, überträgt der Reifen Beschleunigungsenergie, Bremskraft und unzählbare kleinster Lenkimpulse. Persönlich finde ich, von einem guten Reifen nimmt man im besten Fall kaum Notiz und er erledigt zuverlässig seine Arbeit. Aber auch den besten Reifen segnet eines Tages das zeitliche, und er muss ersetzt werden. Daher hier die 10 wichtigsten Begriffe zum Reifenkauf.

Entscheidend für das Fahrverhalten eines Bikes ist der richtige Luftdruck. Zuviel Druck und der Reifen springt, zu wenig und er walkt.

Luftdruck

Entscheidend für das Fahrverhalten eines Bikes ist der richtige Luftdruck. Zuviel Druck und der Reifen springt, zu wenig und er walkt. Daher sollte der Reifendruck regelmäẞig überprüft werden. Eine Standpumpe mit präzisem Manometer wie die Airworx 10.0 helfen dabei. Den richtigen Reifendruck zu finden ist dabei gerade im sportlichen Bereich eine Wissenschaft für sich. Um Orientierung zu geben, prägt der Mindest- sowie Maximaldruck deshalb die Reifenflanken.

Erklärung der Zahlen auf einem Fahrradreifen

Zahlenspiele

Apropos Reifenflanke: Neben der Angabe zur Druckempfehlung, Hersteller- und Produktnamen sowie diversen Hinweisen auf die verwendete Technologie finden sich dort weitere wichtige Angaben. Da ist zunächst einmal die Größenangabe sowohl in der metrischen ETRTO-Einheit als auch im angelsächsischen Zoll.

Wer einen verschlissenen Reifen schlicht ersetzen will, kauft am besten einfach dieselbe Größe. So ist sichergestellt, dass der Reifen passt und nirgends schleift. Sportradler, die mit verschiedenen Modellen und Größen experimentieren, sollten sich vorher schlau machen, welche Reifendimensionen in ihr Rad passen.

Eine andere wichtige Angabe, die von manchem Hobbyschrauber im Eifer des Reifenwechsel-Gefechts gern übersehen wird, ist ein laufrichtungsgebundenes Profil. Auf deutsch, diese haben eine Drehrichtung, welche meist mit einem kleinen Pfeil und dem Wort „Rotation“ auf der Reifenflanke versehen ist.

Profile beim Fahrradreifen erklärt

Profil

Bis auf einige Rennradreifen hat eigentlich fast jeder Fahrradreifen ein Profil auf der Lauffläche. Auf festem Untergrund sind geschlossene Profile im Vorteil, während sich die offenen Profile von Mountainbike-Reifen mit ihren oft frei stehenden Stollen mit weichem Untergrund regelrecht verzahnen.

Anders als beim Auto ist beim Fahrrad aber kein Mindestprofil vorgeschrieben. Lediglich bei S‑Pedelecs ist eine Profiltiefe von einem Millimeter vorgeschrieben.

Karkasse am Fahrradreifen erklärt

Karkasse

Als Karkasse bezeichnet man das Grundgewebe, das den eigentlichen Reifengummi trägt. Die Karkasse ist das Rückgrat jedes Reifens. Verwendet werden dazu meist Kunstfasern, aber auch Naturfasern wie Baumwolle können zum Einsatz kommen. Die Konstruktion der Karkasse bestimmt maßgeblich die Stabilität des Reifens und somit Eigenschaften wie Fahrsicherheit, Komfort und Pannenschutz.

Unterschiede der Gummimischungen am Mountainbike und Rennrad Reifen

Gummimischung (engl. Compound)

Die Lauffläche eines Fahrradreifens ist aus Gummi. So einfach und doch so kompliziert. Die Anzahl der Gummimischungen ist quasi undurchschaubar, da mancher Hersteller allein zum Teil ein vielfaches an Gummimischungen im Portfolio hat, um den unterschiedlichen Ansprüchen an Haftung, Rollwiderstand und Verschleißarmut gerecht zu werden.

Die richtige Mischung zu finden, ist wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Viel Grip, wenig Rollwiderstand und minimaler Verschleiß widersprechen sich halt irgenwie, und so wird eine gute Mischung auch weiterhin ein Kompromiss sein.

Rollwiderstand Rennrad Mountainbike Reifen Erklärung

Rollwiderstand

Für viele Rennradler ist die wichtigste Frage “Wie leicht rollt der Reifen bzw. wie viele meiner mühsam antrainierten Watt fallen der Reibung zum Opfer?”

Der Rollwiderstand setzt sich zusammen aus vielen Faktoren, wie Profil, Karkasse und Gummimischung. Ein geringer Rollwiderstand klingt zunächst gut, ist aber nur sinnvoll, solange er nicht zulasten anderer wichtiger Faktoren wie Traktion oder Pannenschutz geht.

Welche Eigenschaften wie wichtig sind, definieren wir für jeden Reifen einzeln, denn einem Mountainbiker seien naturgemäß andere Punkte wichtig als einem Pendler oder einem Rennradfahrer im Wettkampf.

Schwalbe Marathon Plus unplattbar Reifen

Unplattbar

Wünschen wir uns das nicht alle? Nie wieder Platten! Marktführer Schwalbe arbeitet mit seinen Reifen der „Marathon-Plus“-Serie seit Jahren daran, diesem Ideal gerecht zu werden. Die jüngste Generation hat jetzt neben dem patentgeschützten Pannenschutzgürtel noch eine ‚Anti-Aging‘-Reifenwand. So sind die Marathon-Plus-Reifen nicht nur extrem pannensicher, sondern sollen auch langsamer altern. Als Creme fürs Gesicht, würd ich das garantiert kaufen.

Bei Schwalbe hat man sich den Begriff „unplattbar“ sogar schützen lassen. Somit sind „Marathon Plus-Reifen” weltweit die einzigen Reifen, die sich unplattbar nennen dürfen.

Tubeless Reifen Mäntel für Rennrad Mountainbike Erklärung

Tubeless

Dass im Inneren eines Fahrzeugreifens ein Schlauch steckt, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eher eine Ausnahme. Auto- und Motorradreifen etwa werden ohne Schlauch montiert. Dafür müssen sie so dicht sitzen, dass man sie ohne Spezialmaschinen nicht auf die Felge bekommt.

Auch im Fahrradbereich setzen sich schlauchlose Systeme immer mehr durch. Weniger Rollwiderstand, mehr Grip und höherer Pannenschutz, sind die Argumente der Industrie. In den Reifen wird eine Dichtmilch gefüllt, die kleinere Undichtigkeiten, Risse und Löcher in wenigen Augenblicken verschließt.

Ich kenne so einige Mountainbiker, die diese Möglichkeit herzlich begrüẞt haben, da man so geringere Drücke für mehr Grip fahren kann, ohne den gefürchteten „Snakebite“ im Schlauch zu erleiden, wenn der Schlauch bei einem Durchschlag von den Felgenhörnern beschädigt wird. Die Montage klappt übrigens ohne Spezialmaschinen. Eine Pumpe mit Hochdruckreservoir oder ein externes Druckreservoir wie der Schwalbe „Tire Booster“ sind aber hilfreich.

Airless Reifen für Mountainbike Rennrad Citybike erklärt

Airless

Über den richtigen Reifendruck müssen sich Nutzer des „Airless“-Systems, bestehend aus Reifen und Füllkern keine Gedanken mehr machen. Bei diesem ersetzt ein Einsatz aus expandiertem, thermoplastischem Polyurethan die Luftfüllung im Schlauch- bzw. Tubeless-Reifen. Im Reifen fährt sich das E‑TPU etwa wie ein Luftdruck von 3,5 Bar und soll bei normaler Nutzung bis zu 10.000 Kilometer halten. Da der Rollwiderstand des Systems höher ist als von Schlauch- oder Tubeless-Systemen, empfiehlt sich die neue Technik v. a. auf Kurzstrecken sowie für E‑Biker, Leihradflotten oder Alltagsradler, denen geringstmöglicher Wartungsaufwand besonders wichtig ist.

Spikes im Rennrad oder Mountainbike Reifen

Ganzjahres- und Spike-Reifen

Der nächste Winter kommt bestimmt und mit ihm Schnee, Eis und Regen. Spätestens wenn die Menschen ihre Autos auf Winterreifen stellen, dürfen auch Radfahrer sich fragen, ob ihre Bereifung auch „witterungsangepasst“ ist, wie es so schön in der STVO heißt. Die einfachste Lösung sind Ganzjahresreifen wie der Marathon GT 365 (39,90 Euro), dessen Lamellen im Profil sich eng mit dem Untergrund verzahnen. Wer häufig mit Eis oder hart verpresstem Schnee zu tun hat, sollte aber lieber Spikereifen mit kleinen Metallschrauben in der Lauffläche verwenden. Diese Spezialisten sind aber nichts mehr für den Ganzjahreseinsatz auf Asphalt und Schotter. Deshalb gilt hier wie beim Auto: nach dem Winter zurückwechseln.

 

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